loading

Der Therapeium-Blog

Mit unserem Blog möchten wir Sie über aktuelle Forschung aus den Bereichen Natur- und Kulturheilkunde sowie über Veranstaltungen im Therapeium Berlin informieren.

28.10.15 Themengebiete: Entspannung, Ernährung, Stress

Beeinträchtigt Stress unsere Entscheidungsfreiheit?

Ob wir zu Obst und Gemüse oder aber zu Pizza, Pommes und Co. greifen, hängt auch davon ab, wie gestresst wir uns gerade fühlen. Schon moderater Stress reicht aus, um unsere Selbstkontrolle signifikant herabzusetzen – das konnte eine Studie von Neurologen der Universität Zürich zeigen.

Wie schwierig es ist, sich an gute Vorsätze zu halten, merken die meisten Menschen spätestens einige Tage nach Silvester. Forschungen weisen darauf hin, dass es vor allem unter Stress schwierig ist, bei vernünftigen Entscheidungen zu bleiben. Nun hat eine Studie gezeigt, dass schon wenig Stress ausreicht, um unsere Entscheidungsfähigkeit signifikant zu beeinträchtigen.

Für die Studie wurde ein Teil der Probanden einer Behandlung unterzogen, die moderaten Stress erzeugte. Dafür mussten sie drei Minuten lang eine Hand in Eiswasser tauchen. Dann zeigten die Forscher den Teilnehmern Bilder bestimmter Nahrungsmittel. Alle Probanden standen vor der Wahl, etwas Schmackhaftes, aber Ungesundes zu essen, oder sich für ein Lebensmittel zu entscheiden, das zwar gesund, aber weniger schmackhaft war. Alle Probanden hatten zuvor angegeben, einen gesunden Lebensstil zu pflegen, sich ausgewogen zu ernähren und Sport zu treiben.

Es zeigte sich, dass Personen, die mit der Hand ein Eisbad genommen hatten, häufiger eine ungesunde Speise auswählten als Probanden, die keine schmerzhafte Behandlung erfahren hatten. Die Auswirkungen des Stresses konnten auch mittels MRT im Gehirn sichtbar gemacht werden. Dabei konnten bei den gestressten Teilnehmern in den Hirnregionen, die für die Ausübung von Selbstkontrolle wichtig sind (Mandelkern, Striatum, präfrontaler Kortex), veränderte neuronale Verbindungsmuster nachgewiesen werden. Das Hormon Cortisol, das normalerweise mit Stress in Verbindung gebracht wird, spielte allerdings nur eine untergeordnete Rolle.

Selbstkontrolle ist für viele Störungen anfällig

„Unsere Erkenntnisse sind ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Interaktionen zwischen Stress und Selbstkontrolle im menschlichen Gehirn. Klar ist, dass sich Stress über mehrere Wege im Gehirn auswirkt“, erklärte Studienautorin Silvia Maier vom Labor zur Erforschung Sozialer und Neuronaler Systeme der Universität Zürich. Selbstkontrolle lasse sich nicht mit einem Schalter vergleichen, der entweder ein- oder ausgeschaltet sei. Vielmehr gebe es mehrere Faktoren, welche unsere Entscheidungsfähigkeit ansteigen oder sinken lassen. Offenbar sei die Fähigkeit zur Selbstkontrolle an mehreren Punkten des neuronalen Netzes für Störungen empfänglich.

Die Studie konnte zeigen, dass sogar relativ geringer Stress die Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen kann. „Dies ist eine wertvolle Erkenntnis, da moderate Stressfaktoren häufiger sind als extreme Ereignisse und daher die Selbstkontrolle häufiger und bei einem größeren Teil der Bevölkerung beeinflussen“, kommentierte Todd Hare, Professor für Neuroökonomie am Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Zürich. So können schon geringe Stressoren wie ein anstrengendes Gespräch darüber entscheiden, ob wir uns beispielsweise danach gesund oder ungesund ernähren.

Die Forscher wollen nun prüfen, ob Faktoren wie Sport und soziale Unterstützung, die das Gehirn vor den Folgen schweren Stresses schützen, auch bei moderatem Stress helfen können. Zudem wollen sie herausfinden, warum einige Menschen offenbar generell widerstandsfähiger gegen Stress sind als andere.

Quellen

Neuron, 05.08.2015

Verwandte Artikel:

Schwächt Stress die Empathie?

Weitere Links:

Praxis für Integrale Prävention im Therapeium

Foto: © ArtFamily – Fotolia.com

Kommentar schreiben







So erreichen Sie das Therapeium!



Adresse
Hohenzollernstr. 12 14163 Berlin-Zehlendorf
Telefon
Tel. 030 - 810 541 87 Fax: 030 - 810 541 88

Hier befindet sich das Therapeium.


Das Therapeium befindet sich in der Hohenzollernstrasse 12, liegt zentral in Zehlendorf-Mitte und ist bequem mit der S-Bahn von Berlin-Mitte innerhalb einer halben Stunde zu erreichen. Route anzeigen lassen.
Vom S-Bahnhof Zehlendorf laufen Sie ca. fünf Minuten zu uns. Parkplätze finden Sie direkt vor der Tür bzw. in der nächsten Seitenstraße!
Sie kommen mit dem Auto zu uns? Lassen Sie sich jetzt die Route berechnen oder die Anfahrt mit S-Bahn oder Bus anzeigen.
Webdesign: Sascha Zemke & Erasmus Schröder