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Der Therapeium-Blog

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13.04.17 Themengebiete: Schmerzen

Hilft Akupunktur beim Karpaltunnelsyndrom?

Bei milden Formen des Karpaltunnelsyndroms scheint Akupunktur eine wirkungsvolle Behandlungsoption zu sein. In schweren Fällen kann jedoch auch eine Operation notwendig sein. Das ist das Ergebnis einer Studie aus Australien.

Das Karpaltunnelsyndrom äußert sich durch häufiges Kribbeln, Taubheitsgefühle sowie Schmerzen in den Händen. Unbehandelt kann das Syndrom sogar zu einer dauerhaften Einschränkung der Greiffunktion der Hände führen. Experten empfehlen, zunächst konservative Behandlungsmöglichkeiten zu erproben, bevor eine Operation in Erwägung gezogen wird. So sollte den aktuellen Leitlinien zufolge zunächst eine nächtliche Ruhigstellung des Handgelenks in einer speziellen Schiene versucht werden. In manchen Fällen können auch Kortikoidinjektionen sinnvoll sein. Eine aktuelle Studie hat nun gezeigt, dass auch Akupunktur bei der Behandlung wirkungsvoll sein kann.

Beim Karpaltunnelsyndrom sind die Nervenleitungen in den Händen gestört. Doch nicht nur das: Wie der Mediziner Vitaly Napadow vom Massachusetts General Hospital in Boston herausfand, lassen sich auch im Gehirn der Betroffenen Spuren der beeinträchtigten Funktion finden. So verringert sich im somatosensorischen Cortex die Distanz der Punkte, die durch eine Reizung der Haut am zweiten und dritten Finger aktiviert werden. In einer neuen Studie hat Napadow nun untersucht, ob Akupunktur hier zu Veränderungen führen kann.

Verum-Akupunktur stärkt die Nervenverbindungen

Für seine Studie behandelte der Forscher 80 Patienten, die unter dem Karpaltunnelsyndrom litten, entweder mit einer echten Elektroakupunktur an der Hand, mit einer Schein-Akupunktur oder mit einer Akupunktur am Knöchel und an der Ferse des gegenüber liegenden Beines. Die Behandlungen wurden zweimal die Woche über einen Zeitraum von acht Wochen durgeführt.

Wie sich zeigte, erlebten alle Teilnehmer ein Nachlassen der Schmerzen und Taubheitsgefühle. Doch die messbare Nervenleitung verbesserte sich nur bei den Probanden, die eine echte Akupunktur erhalten hatten. Auch eine Verstärkung der Nervenfasern im Gehirn zeigte sich nur bei der Verum-Akupunktur – überraschenderweise auch, wenn diese am Knöchel durchgeführt wurde. Da die Schein-Akupunktur zu keinen messbaren Veränderungen im somatosenso­rischen Cortex führte, ist die Verbesserung der Symptome in diesen Fällen nach Ansicht von Napadow auf den Placeboeffekt zurückzuführen.

Der Forscher weist auch darauf hin, dass die von ihm behandelten Patienten unter einer relativ milden Form des Karpaltunnelsyndroms litten. Bei schwereren Verlaufsformen könnte durchaus eine Operation notwendig sein. Sie sei allerdings nur erfolgversprechend, wenn es noch nicht zu einer dauerhaften Schädigung des Nervs gekommen ist.

Karpaltunnelsyndrom meist anlagebedingt

Beim Karpaltunnelsyndrom kommt es zu einer Schädigung des Nervus medianus, der für die Empfindungsfähigkeit des Daumens und Zeigefingers und zum Teil auch des Mittelfingers zuständig ist sowie bei der Steuerung bestimmter Hand- und Fingermuskeln mitwirkt. Wenn der Karpalkanal zu eng ist, steigt der Druck innerhalb des Tunnels und es kommt zu einer Funktionsbeeinträchtigung des Nervs.

Die Ursachen des Karpaltunnelsyndroms können nicht immer eindeutig geklärt werden. Oft spielt die genetische Anlage eine große Rolle. Allerdings kann eine einseitige Beanspruchung des Handgelenks die Wahrscheinlichkeit für ein Karpaltunnelsyndrom erhöhen. Eine ebenfalls mögliche Ursache ist eine Entzündung der Sehnenscheiden, die im Karpaltunnel liegen und bei einer Schwellung auf den Nerv drücken.

Quelle:

Brain, A Journal of Neurology, März 2017

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Foto: © santiago silver – Fotolia.com

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