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Der Therapeium-Blog

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20.03.15 Themengebiete: Ernährung

Wie „männlich“ ist Fleischkonsum?

Fleischkonsum gilt in vielen kulturellen Traditionen immer noch als besonders „männlich”. Eine Studie zu kulturellen Einflüssen auf das Ernährungsverhalten hat nun untersucht, wie solche Werturteile die Ernährungsgewohnheiten in der Bevölkerung beeinflussen. 

Vegetarische und vegane Ernährung liegen im Trend. Aber viele Menschen wollen nicht auf Fleisch verzichten, und vor allem viele Männer erklären nach wie vor, sie „bräuchten“ einfach hin und wieder ein Steak. Eine deutsch-niederländische Studie hat nun untersucht, wie sich Erziehung und kulturelle Einflüsse auf den Fleischkonsum auswirken. Dabei stellte sich heraus, dass die Vorstellung, ein hoher Fleischkonsum sei wichtiger Bestandteil von Männlichkeit, in unterschiedlichen kulturellen Traditionen verschieden stark ausgeprägt ist. Und je stärker diese Traditionen das Selbstbild von Männern beeinflussen, desto schwerer ist es, sie zu einer fleischärmeren Ernährung zu bewegen.

Für die Studie wurden Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren, die entweder in den Niederlanden geboren oder vor ihrem achten Lebensjahr mit ihren Eltern in die Niederlande immigriert sind, zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Die Teilnehmer gehörten einer von drei Gruppen an: Erwachsene Kinder von gebürtigen Niederländern, erwachsene Kinder von chinesischen Einwanderern und erwachsene Kinder von türkischen Einwanderern.

Für niederländische Männer ist Fleischkonsum nicht so wichtig

Bei den Befragten mit niederländischen Vorfahren unterscheiden sich die Einstellungen und Ernährungsgewohnheiten der beiden Geschlechter relativ wenig. Männer und Frauen übernehmen beinahe zu gleichen Teilen die Verantwortung für das Einkaufen und das Kochen von Mahlzeiten. Die Männer in dieser Gruppe bevorzugen – verglichen mit Männern in den beiden anderen Gruppen – eher geringe Fleischportionen und sind überdies stärker bereit, ihren Fleischkonsum zu reduzieren. Die traditionelle Verbindung zwischen Fleischkonsum und Männlichkeit scheint bei den Kindern von gebürtigen Niederländern nicht mehr so stark ausgeprägt zu sein.

Anders verhält es sich offenbar bei den Nachkommen türkischer Einwanderer. Sie erklären fast alle, keine Fleischersatzprodukte zu konsumieren. Zudem zeigen die Männer in dieser Gruppe eine Vorliebe für einen signifikant höheren wöchentlichen Fleischverzehr. Sie lassen nur eine schwache Bereitschaft erkennen, im Interesse der Umwelt oder der Tiere auf Fleisch zu verzichten. In diesen beiden Punkten unterscheiden sie sich deutlich von türkischstämmigen Frauen.

Kulturelle Prägungen erschweren Veränderungen des Ernährungsverhaltens

Die Kinder chinesischer Einwanderer bilden das Mittelfeld zwischen beiden Gruppen. Die Vorliebe für große Fleischportionen ist unter ihnen weniger stark ausgeprägt, und sie zeigen eine größere Bereitschaft, ihren Fleischkonsum zu reduzieren. Adipositas ist bei den Männern in dieser Gruppe deutlich seltener anzutreffen als bei den Kindern von türkischstämmigen Einwanderern.

„Wir möchten mit unserer Studie vor allem darauf aufmerksam machen, dass gesundheitspolitische Kampagnen, die auf ein gesünderes Ernährungsverhalten abzielen, kulturell bedingte Verhaltensmuster immer mitberücksichtigen müssen“, erklärt Dr. Schösler von der Universität Bayreuth, eine der Studienautorinnen. Denn wenn tradierte Vorstellungen bezüglich eines “typisch männlichen” Fleischkonsums und eine große Auswahl preiswerter Fleischprodukte in europäischen Industrieländern aufeinandertreffen, könne dies den Erfolg solcher Kampagnen behindern.

Quelle:

Appetite, Volume 89, 2015, DOI: 10.1016/j.appet.2015.02.013

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