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Der Therapeium-Blog

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12.11.18 Themengebiete: Entspannung, Stress

Beeinträchtigt dauerhafter Stress den Hormonhaushalt?

Umfragen zeigen: Immer mehr Deutsche fühlen sich gestresst. Das kann verschiedene psychische und physische Folgen haben. Die Gesellschaft für Endokrinologie macht nun darauf aufmerksam, dass auch der Hormonhaushalt unter dauerhaftem Stress leiden kann. Eine Erholung ist zwar möglich, aber langwierig.

Stress ist eine natürliche Reaktion und dient zunächst dazu, Körper und Psyche zu schützen. Damit der Körper unter besonderen Belastungen Höchstleistungen erbringen kann, werden die Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol freigesetzt. Wird der Stress jedoch chronisch und bleibt der Stresshormonspiegel dauerhaft erhöht, kann dies der Gesundheit schaden. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) weist auf die Gefahren von unbewältigtem Dauerstress hin, erklärt aber auch, dass eine Erholung des Hormonhaushalts möglich ist – allerdings nur mit viel Geduld.

Bei Dauerstress läuft der Körper ständig auf Hochtouren

Stress lauert überall: in der Schule, im Beruf, im Privatleben. Grundsätzlich ist das auch nicht schlimm. Doch wird der Stress nicht ausgeglichen, droht eine Entgleisung des natürlichen Hormongleichgewichts – mit negativen Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Neben Schlafstörungen und Beeinträchtigungen des Denkvermögens gehören auch schwerwiegende Krankheiten wie Depressionen, Bluthochdruck oder Krebs zu den möglichen Folgen.

Bei chronischem Stress läuft der Körper ständig auf Hochtouren, erklärt Professor Dr. med. Jörg Bojunga, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). „Dauerhaft hohe Adrenalin- und Cortisolspiegel im Blut können deshalb früh zu Schlafstörungen und Depressionen führen.“ Gleichzeitig stören die hohen Stresshormonspiegel die Regelkreise anderer Hormonsysteme im Körper. So habe die chronische Aktivierung der Stressachse eine hemmende Wirkung auf die Produktion der Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron. Sexuelle Unlust könne die Folge sein, und zwar bei Frauen und bei Männern.

Stress hat unterschiedlichste Auswirkungen auf den Körper

Bei Frauen kann es dadurch außerdem zu Zyklusstörungen bis hin zum unerfüllten Kinderwunsch kommen. Durch die Verbindungen der Stresshormonachse mit Regelkreisen des Immunsystems schwächt Cortisol zudem das Immunsystem. „Dies kann Infekte, Wundheilungsstörungen und Krebs begünstigen“, so Bojunga, der auch stellvertretender Klinikdirektor und Leiter des Schwerpunkts Endokrinologie, Diabetologie, Ernährungsmedizin der Medizinischen Klinik I am Universitätsklinikum Frankfurt ist. Zudem wirke sich zu viel Cortisol negativ auf den Stoffwechsel aus und fördere die Einlagerung von ungesundem Bauchfett.

Doch Stress lässt sich nicht immer vermeiden. „Menschen, die häufig einer erhöhten Stressbelastung ausgesetzt sind, sollten deshalb wissen, wie sie damit umgehen, um dennoch gesund zu bleiben“, erklärt Professor Dr. med. Sven Diederich, Vizepräsident der DGE und Ärztlicher Leiter Medicover Deutschland. Ist der Stresshormon-Regelkreis erst einmal nachhaltig gestört, kann die Erholung Monate bis Jahre dauern. Daher sind rechtzeitige Auszeiten wichtig. Sinnvoll sind auch Techniken zur Stressbewältigung sowie körperliche Aktivität. Dadurch werden Stresshormone ganz natürlich abgebaut. Auch Hobbys sowie alle angenehmen Tätigkeiten reduzieren den Stresspegel.

Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, September 2018

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