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Der Therapeium-Blog

Mit unserem Blog möchten wir Sie über aktuelle Forschung aus den Bereichen Natur- und Kulturheilkunde sowie über Veranstaltungen im Therapeium Berlin informieren.

18.02.15 Themengebiete: Meditation, Psychische Erkrankungen

Bewusstsein und Unbewusstes – Wer kontrolliert wen?

„Das Ich ist nicht Herr im eigenen Haus“ – Seit Sigmund Freuds berühmtem Ausspruch ist allgemein bekannt, wie sehr unser Handeln und Denken von unbewussten Vorgängen gesteuert wird. Aber offenbar kann auch das Bewusstsein unser Unbewusstes kontrollieren. Das ist jedenfalls das Ergebnis neuester Untersuchungen.

Dass unser Bewusstsein zu einem großen Teil von unbewussten Prozessen geleitet wird, ist sicher kaum zu bezweifeln. Doch wie stark der Einfluss ist und welche Möglichkeiten wir haben, auch umgekehrt bewusst unser Unbewusstes zu steuern, ist umstritten. Eine neue Studie hat hier einen interessanten Beitrag zur Diskussion geliefert.

Mit Hilfe von Messungen der Hirnaktivität im Magnetresonanztomographen (MRT) haben Forscher der Ulmer Universitätsklinik für Psychiatrie gezeigt, dass bewusste Vorsätze die Arbeit unserer automatischen Systeme im Gehirn steuern können.

Die Wissenschaftler wiesen erstmals nach, dass solche Vorsätze für eine gewisse Zeit Netzwerke von Bereichen im Gehirn etablieren, die den unbewussten Informationsfluss im Gehirn steuern.

Bewusste Absichten steuern unbewusste Prozesse

Für ihre Analyse haben die Forscher um Professor Markus Kiefer die Gehirnaktivität von Probanden beim Lesen von sichtbaren Worten im MRT gemessen. Zuvor wurden andere Worte, so genannte Bahnungsreize, für eine ganz kurze Zeit eingeblendet, so dass sie nicht bewusst wahrnehmbar waren. Bedeutungsmäßig verwandte unbewusste Bahnungsreize beschleunigten die Erkennenszeiten der nachfolgend gezeigten kritischen Wörter (z.B. Tisch-Stuhl, Henne-Ei) nur dann, wenn die Probanden zuvor die Absicht hatten, die Bedeutung von Wörtern zu verstehen. Hatten die Probanden dagegen die Absicht, auf die Form von Buchstaben zu achten und die Wortbedeutung zu ignorieren, hatten die unbewussten Bahnungsreize keinen Einfluss auf die Erkennenszeiten der sichtbaren Worte.

Diese Blockade unbewusster Prozesse durch die bewussten Absichten der Probanden konnte auch anhand der Messung der Hirnaktivität nachgewiesen werden. Wie bei den Erkennenszeiten auch, wurde die Gehirnaktivität beim Lesen der sichtbaren Worte nur dann durch die unbewussten Bahnungsworte verändert, wenn die Probanden vorhatten, auf die Bedeutung von Bildern zu achten. Beachteten die Probanden zuvor die Form von Bildern, hatten die unbewusst wahrgenommenen Worte keinen Einfluss auf die Gehirnaktivität beim Lesen. Es zeigte sich, dass die bewussten Absichten der Probanden, auf Bedeutung oder Form zu achten, für eine gewisse Zeit unterschiedliche Netzwerke von Hirnarealen etablierten, welche die Verarbeitung der unbewusst wahrgenommenen Reize beeinflussten.

Unsere Erwartungshaltung beeinflusst die Wahrnehmung

Unbewusste Prozesse, die im Widerspruch zu unseren Absichten stehen, werden also weitgehend von unserem Bewusstsein blockiert, während zu unseren Absichten passende unbewusste Vorgänge im Gehirn verstärkt werden. „Unser Wille ist freier als gedacht“, schlussfolgert Kiefer daraus. Diese Kontrolle des Unbewussten durch das Bewusstsein zeige sich auch im Alltag: „Wenn ich einen Fußgänger auf der Fahrbahn erwarte, kann ich ihn mit höherer Wahrscheinlichkeit auch dann rechtzeitig erkennen und abbremsen, wenn er am Rande meines Gesichtsfeldes auftaucht und damit nicht bewusst wahrnehmbar ist.“ Die bewussten Absichten und Einstellungen entscheiden somit darüber, ob ein unbewusster Prozess in unserem Gehirn überhaupt ablaufen kann. „Wir sind also keinesfalls Sklaven unseres Unbewussten, wie lange Zeit angenommen“, meint Kiefer.

Die Studie ist eingebettet in ein deutschlandweites Projektnetzwerk zur Bewusstseinsforschung, das mit 1,9 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Kiefer ist Sprecher dieses Netzwerkes. Ziel ist es, die Natur unseres Bewusstseins und sein Verhältnis zu den unbewussten Prozessen besser zu verstehen.

Quelle:

Human Brain Mapping, November 2014

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