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Der Therapeium-Blog

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16.05.20 Themengebiete: Atemwegserkrankungen, Ernährung, Infektionskrankheiten

Corona: Sind Übergewichtige stärker gefährdet?

Immer mehr Studien zeigen es: Starkes Übergewicht erhöht das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit dem Coronavirus. Übergewichtige Menschen mit COVID-19 kommen demnach häufiger ins Krankenhaus und versterben auch öfter an der Erkrankung.

Neben dem Alter gelten vor allem bestimmte Vorerkrankungen als wichtigste Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf. Doch immer mehr Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass ein ganz anderer Faktor eine möglicherweise noch wichtigere Rolle spielt: Übergewicht bzw. Adipositas. Zu diesem Fazit kamen auch US-amerikanische Forscher nach Auswertung einer in New York durchgeführten Fallstudie.

Für die Studie waren über 4000 Patienten untersucht worden, die zwischen dem 1. März und dem 1. April 2020 mit einer COVID-19-Erkrankung im NYU Langone Medical Center stationär aufgenommen werden mussten. Wie sich zeigte, waren 40 Prozent der Patienten adipös. Eine Adipositas erhöhte auch das Risiko auf einen lebensgefährlichen Verlauf von COVID-19, der eine intensivmedizinische Behandlung notwendig machte oder sogar zum Tod führte. Die Studienautoren bewerten starkes Übergewicht als größeren Risikofaktor für einen schweren COVID-19-Verlauf als jede Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankung.

Fettgewebe setzt entzündungsfördernde Botenstoffe frei

Warum es bei starkem Übergewicht häufiger zu einem schweren Verlauf von COVID-19 kommt, ist noch nicht endgültig geklärt. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass die Entzündungsreaktionen, die mit Übergewicht verbunden sind, eine Rolle spielen. So setzt vor allem das Fettgewebe im Bauchraum Botenstoffe frei, die Entzündungen fördern und die Immunabwehr behindern können.

Zudem stört offenbar das Bauchfett die Atemtätigkeit und scheint auch physiologische Effekte auf Bronchien und Lungengewebe zu haben. „Bei der H1N1-Epidemie wurde Adipositas daher als unabhängiger Risikofaktor für schwere Infektionen der Lunge beschrieben“, erklären Arthur Simonnet und seine Kollegen vom Universitätsklinikum Lille. „Es liegt daher nahe, dass Adipositas auch bei SARS-CoV-2 ein Risikofaktor ist.“

Für ihre Studie hatten die französischen Forscher die medizinischen Daten aller 124 COVID-19-Patienten ausgewertet, die vom 27. Februar bis 5. April 2020 in die Intensivstation des Universitätsklinikums Lille eingewiesen worden waren. Dabei zeigte sich, dass auffällig viele der Patienten, die beatmet werden mussten, starkes Übergewicht aufwiesen. „Die Notwendigkeit für eine Beatmung stieg zudem graduell mit dem Body-Mass-Index an, bis sie bei Menschen mit einem BMI von mehr als 35 einen Anteil von 90 Prozent erreichte“, so Simonnet. „Damit demonstrieren unsere Daten einen deutlichen Zusammenhang von Adipositas und der Schwere von COVID-19.“

ACE2-Rezeptoren bilden einen Schlüsselfaktor

Neben den Effekten auf die Atmung und den Entzündungsreaktionen könnte auch noch ein weiterer Faktor dazu beitragen, dass Übergewichtige stärker von COVID-19 bedroht sind. So konnten Forscher um Xiaodong Jia vom Generalkrankenhaus Peking nachweisen, dass die ACE2-Rezeptoren, welche die Voraussetzung dafür bilden, dass das Virus in die Zellen eindringt, gehäuft auf Fettzellen und deren Vorläuferzellen vorkommt. „Die ACE2-Expression war im Fettgewebe höher als im Lungengewebe“, so die Forscher. Weil Menschen mit starkem Übergewicht und Adipositas mehr Fettgewebe besitzen, könnte sie dies anfälliger für das Virus machen.

Quellen:

The BMJ 2020

Obesity 2020

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Foto: Adobe.Stock / Kurhan

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