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Der Therapeium-Blog

Mit unserem Blog möchten wir Sie über aktuelle Forschung aus den Bereichen Natur- und Kulturheilkunde sowie über Veranstaltungen im Therapeium Berlin informieren.

30.03.20 Themengebiete: Atemwegserkrankungen, Infektionskrankheiten

Corona: Warum sind Raucher besonders gefährdet?

Raucher gelten als Risikogruppe für einen schweren Verlauf der Lungenkrankheit Covid-19. Die Gründe dafür waren bisher nicht ganz klar. Doch neue Studien bringen Licht ins Dunkel. 

Rauchen ist ungesund, das weiß jeder. Doch in Corona-Zeiten gilt diese Weisheit anscheinend besonders. Studien zeigen, dass Raucher bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Doch warum ist das so?

Experten gehen davon aus, dass Raucher grundsätzlich ein höheres Risiko für Infektionen der Atemwege haben. Der Grund: Das Rauchen schränkt die Abwehrkräfte des Bronchialsystems ein. Wie Professor Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und Leiter der Pneumologie am Universitätsklinikum Regensburg. erklärt, setzen die Schadstoffe aus dem Tabakrauch die Funktion der Flimmerhärchen in der Atemwegsschleimhaut außer Kraft. Dadurch wird der Selbstreinigungsmechanismus in den Bronchien gestört – Viren und Bakterien haben leichtes Spiel.

„Das wissen wir aus dem klinischen Alltag – bei dem aktuellen Coronavirus ist es aber noch nicht nachgewiesen“, erklärt Pfeifer.  Mehr Informationen haben die Forscher hingegen zum Verlauf der Krankheit. „Da haben wir aus Wuhan relativ eindeutige Daten“, so Pfeifer. Diese geben Hinweis darauf, dass das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs von Covid-19 bei Rauchern deutlich höher ist.

Direkter Zusammenhang zwischen Rauchen und SARS-CoV-2

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist noch auf einen anderen möglichen Grund hin: Beim Akt des Rauchens werden die Finger ständig mit den Lippen in Kontakt gebraucht. Dadurch kann sich die Möglichkeit einer Übertragung des Virus von der Hand auf den Mund erhöhen.

Neben diesen Gründen scheint es jedoch auch einen direkten Mechanismus zu geben, der dem Coronavirus den Befall erleichtert. Das haben Forscher von der George Mason University herausgefunden. Demnach fördert Nikotin die Aktivität und Bildung der Andockstellen, über die SARS-CoV-2 in die Zellen gelangt.

Die Wissenschaftler James Olds und Nadine Kabbani konnten zeigen, dass Rauchen zu einer verstärkten Expression des ACE2-Rezeptors in der Lunge führt. Dieser bildet die Bindestelle für das virale Spike-Protein – und je mehr dieser Rezeptoren ein Gewebe besitzt, desto anfälliger ist es für den Befall mit SARS-CoV-2. Die Forscher schließen daraus, dass die Lunge von Rauchern dem Coronavirus möglicherweise vermehrt Einfallstore in die Zellen bietet. „Das Rauchen scheint an einem direkten Prozess beteiligt zu sein, der die Covid-19-Infektion und ihren Verlauf beeinflusst“, so die Wissenschaftler.

Rauchstopp kann vor schwerer Erkrankung schützen

Nach Ansicht der Forscher spricht daher einiges dafür, dass Raucher zur Covid-Risikogruppe gehören. „Diese Personen sind gewissermaßen dazu prädestiniert, weil das Nikotin direkt auf die Andockstelle des Coronavirus wirkt“, konstatieren Olds und Kabbani.

Vor allem für Menschen, die noch zusätzliche Risikofaktoren wie Herzerkrankungen oder einen Diabetes haben, kann das Rauchen damit zum Problem werden. Die Empfehlung von Experten ist daher eindeutig: mit dem Rauchen aufzuhören. Denn ob man aktiver oder ehemaliger Raucher ist, macht für die Gesundheit einen großen Unterschied. So kann jeder, der auf das Rauchen verzichtet, das eigene Infektionsrisiko für SARS-CoV-2 und den Krankheitsverlauf von Covid-19 beeinflussen.

Quellen:

The FEBS Journal,2020

European Journal of Internal Medicine 2020

Weitere Links:

Praxis für Integrale Prävention im Therapeium Berlin

Foto: AdobeStock / ok-foto

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