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Der Therapeium-Blog

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17.06.15 Themengebiete: Autoimmunerkrankungen, Neurologische Erkrankungen

Hilft Sonnenlicht bei Multipler Sklerose?

Moderate Sonnenbestrahlung kann bei der Regulierung des Immunsystems helfen und damit auch das MS-Risiko senken. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Münster.

In Deutschland leiden über 200.000 Menschen an der Nervenerkrankung Multiple Sklerose. Die Ursachen dieser chronisch-entzündlichen Erkrankung, die zu Sensibilitätsstörungen, Lähmungen und Sehnerventzündungen führen kann, liegen weitgehend im Dunkeln. Immer wieder wird aber die Sonneneinstrahlung als eine Komponente bei der Entstehung von MS diskutiert. Denn epidemiologische Studien zeigen, dass Nordeuropäer, Nordamerikaner und Kanadier deutlich häufiger daran erkranken als Menschen, die in Äquatornähe leben. Genetische Ursachen scheinen dabei weniger eine Rolle zu spielen, denn wer im frühen Kindesalter in eine sonnigere Region umzieht, passt sein MS-Risiko dem der neuen Umgebung an.

Sonne trägt zur Regulierung des Immunsystems bei

Wissenschaftler der Universität Münster wollten daher herausfinden, ob die Menge der Sonneneinstrahlung tatsächlich das Risiko beziehungsweise den Verlauf der Multiplen Sklerose beeinflussen kann. Über einen Zeitraum von sechs Wochen schickten sie neun MS-Patienten regelmäßig in eine eigens dafür konzipierte medizinische Sonnenkammer. Die Bestrahlung erfolgte täglich außer an den Wochenenden.

„Die Ergebnisse sind erstaunlich“, erklärte Studienleiterin Professor Karin Loser. „Im Blut und in der Haut der Patienten fanden sich schon nach dem ersten Termin mehr regulatorische T-Zellen und dendritische Zellen als zuvor.“ Beide Zelltypen schützen das Immunsystem davor, sich bei einer Überreaktion selbst anzugreifen – ein Vorgang, der das zentrale Kennzeichen der Multiplen Sklerose darstellt.

Parallel konnten bei Mäusen die genauen molekularen Wege entschlüsselt werden, die bei der UV-B-Bestrahlung eine Rolle spielen: Die induzierten regulatorischen Zellen wandern aus der Haut zum Ort der Entzündung, also ins Blut, in die Knochen oder – wie bei der MS – in das Zentrale Nervensystem. Hier lösen sie eine schützende Reaktion des Immunsystems aus und drosseln so die schädliche Autoimmunität.

Schutzwirkung nur vorübergehend

Die Ergebnisse geben damit Hinweise darauf, dass Sonnenlicht tatsächlich die Entstehung und den Verlauf der Multiplen Sklerose beeinflussen kann. „Es gibt offenbar eine Achse zwischen Haut und Nervensystem. UV-B-Strahlung hat einen Einfluss auf die Immuntoleranz im Nervensystem“, schlussfolgert Professor Heinz Wiendl, Direktor der Klinik für Allgemeine Neurologie in Münster. Allerdings ließ der schützende Effekt schneller nach als die Sonnenbräune. Wurde die Behandlung auch nur für wenige Tage unterbrochen, verschlechterten sich Blutwerte und Immunstatus wieder – sowohl bei Mäusen als auch beim Menschen.

Einen Ansatz für eine konkrete neue Therapie sehen die Studienautoren in den Erkenntnissen noch nicht. Dennoch könnte die Studie langfristig dazu beitragen, die Behandlungsmöglichkeiten von MS zu erweitern und zu verbessern.

Quelle:

Annals of Neurol., doi: 10.1002/ana.24165; 2014

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