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Der Therapeium-Blog

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17.07.18 Themengebiete: Schmerzen, Sport

Hilft Tai Chi bei Fibromyalgie?

Beim Fibromyalgiesyndrom wird regelmäßige sportliche Betätigung empfohlen. Nun haben Forscher festgestellt, dass Tai Chi besser wirksam ist als eine Physiotherapie mit Ausdauertraining.

Patienten mit Fibromyalgie leiden unter chronischen Muskel- und Gelenkschmerzen und schneller Erschöpfbarkeit. Auch schlechter Schlaf und depressive Störungen treten häufig auf. Bis heute gibt es keine speziellen Medikamente zur Behandlung der Fibromyalgie. Ärzte verschreiben daher häufig Schmerzmittel, Schlafmittel und/oder Antidepressiva. Inwieweit diese Medikamente bei Fibromyalgie nutzen, ist jedoch zu großen Teilen unklar.

Experten raten daher, die Beschwerden in erster Linie nichtpharmakologisch zu behandeln. Das Ziel der Behandlung sei dabei vor allem eine deutliche Symptomlinderung. Sinnvoll seien Sport, Physiotherapie, Chirotherapie und Entspannungsverfahren. Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder Opioide sollten hingegen zurückhaltend eingesetzt werden. Das entspricht auch den aktuellen Leitlinien. Nun hat eine klinische Studie, die im Britischen Ärzteblatt veröffentlicht wurde, gezeigt, dass Tai Chi die Symptome bei Fibromyalgie wirksam lindern kann – zum Teil sogar besser als ein klassisches Ausdauertraining.

Für die Studie wurden die Patienten in fünf Gruppen eingeteilt. Vier Gruppen nahmen ein oder zwei Stunden pro Woche an einem Tai Chi-Unterricht im Yang-Stil Teil. Das Training wurde entweder über einen Zeitraum von 12 oder 24 Wochen durchgeführt. Die fünfte Gruppe nahm über 24 Wochen zweimal pro Woche an einem Ausdauertraining teil. Dabei sollten sie sich nach einer Aufwärmphase von 20 Minuten so belasten, dass ihre Herzfrequenz auf 50 bis 60 Prozent ihrer maximalen Belastbarkeit anstieg.

Tai Chi verbesserte die Symptome wirksamer als Ausdauertraining

Wie sich zeigte, verbesserte sich die Symptomatik in allen fünf Gruppen, in den Tai-Chi-Gruppen jedoch signifikant stärker als bei denjenigen, die das Ausdauertraining betrieben. Das Forscherteam um Chenchen Wang vom Tufts Medical Center in Boston stellt zudem fest, dass die Wirkung dosisabhängig war. Je öfter also trainiert wurde, desto größer war die Verbesserung. Das Tai-Chi-Training erzielte auch in den meisten sekundären Endpunkten die besseren Ergebnisse: Die Patienten hatten am Ende der Therapie weniger Angstzustände, sie verfügten über bessere Bewältigungsstrategien und gaben weniger Gelenkbeschwerden an. Zudem hatten sich bei denjenigen, die zweimal wöchentlich trainierten, auch die Depressionen gebessert. Insgesamt waren die Patienten zufriedener als mit der Physiotherapie. Bereits in zwei früheren randomisierten Studien hatte sich das Konzept als effektiv erwiesen. Allerdings war Tai Chi dort nur mit wenig effektiven Interventionsformen wie Gesundheitserziehung oder Streckübungen verglichen worden.

Eines der größten Probleme bei der Fibromyalgie liegt allerdings nach wie vor darin, die Erkrankung überhaupt zu diagnostizieren, da die Symptome oft nicht eindeutig sind. Auch die Ursachen der Fibromyalgie sind bislang nicht geklärt. Allerdings gehen Forscher heute davon aus, dass es bei der Erkrankung zu einer Fehlfunktion im schmerzverarbeitenden System kommt. So konnten kürzlich bei Fibromyalgie-Patienten Schädigungen an den kleinen schmerzleitenden Nervenfasern (small fibers) nachgewiesen werden.

Quelle:

http://www.bmj.com/content/360/bmj.k851

British Medical Journal, 21. März 2018

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