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Der Therapeium-Blog

Mit unserem Blog möchten wir Sie über aktuelle Forschung aus den Bereichen Natur- und Kulturheilkunde sowie über Veranstaltungen im Therapeium Berlin informieren.

25.06.12 Themengebiete: Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel, Neurologische Erkrankungen

Ist Deutschland mit Vitamin D unterversorgt?

Nach internationalen Kriterien weisen 60 Prozent der deutschen Bevölkerung literature review for dissertation eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D auf. Dabei sind die positiven Wirkungen des Vitamins längst erwiesen.

Seit vielen Jahren schon wird Säuglingen Vitamin D verschrieben, um ihren Knochenaufbau zu unterstützen und Rachitis vorzubeugen. Ebenfalls bekannt ist, dass Vitamin D gemeinsam mit Kalzium vor Knochenschwund schützen und damit vor allem bei älteren Menschen Knochenbrüchen vorbeugen kann. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass für eine ausreichende Prophylaxe eine höhere Dosis notwendig ist als bisher vermutet. So wird heute für ältere Menschen eine tägliche Zufuhr von 800 bis 2000 IE Vitamin D empfohlen statt wie bisher 400 bis 1200 IE.

Vitamin D hilft jedoch nicht nur gegen Knochenschwund. Es sorgt auch für gesunde Zähne, kann Erkältungen vorbeugen und den Blutdruck senken. Zudem scheint es auch bei Depressionen und Autoimmunerkrankungen nützlich zu sein. Doch in Deutschland sind viele Menschen nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt. Dies hat eine Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei der Sichtung aller Studien der vergangenen Jahre herausgefunden. Vitamin D wird zum größten Teil durch Sonneneinstrahlung gebildet und nur zu einem geringen Teil über Nahrungsmittel aufgenommen. In sonnenarmen Ländern wie Deutschland kommt es daher leicht zu Mangelerscheinungen, und die moderne Arbeitswelt, bei der sich die Menschen meistens in geschlossenen Räumen aufhalten, begünstigt dies noch. Eine zusätzliche Zufuhr von Vitamin D durch Nahrungsergänzungsmittel kann daher – besonders in den Wintermonaten – sinnvoll sein.

Vitamin D auch bei Depressionen und MS sinnvoll?

Neue Studien zeigen, dass ein Vitamin-D-Mangel auch Depressionen begünstigen kann. Die Ergebnisse eines amerikanischen Forscherteams weisen darauf hin, dass ein Mangel zwar nicht der Auslöser für Depressionen ist, dass aber Menschen, die bereits anfällig für psychische Erkrankungen sind, häufiger eine Depression entwickeln, wenn sie nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt sind. Eine weitere Wirkung wird dem Vitamin bei Multipler Sklerose (MS) zugeschrieben. Hinweise auf eine Schutzwirkung von Vitamin D bei MS gibt es schon lange. So ist bekannt, dass die Krankheit in Ländern mit hoher Sonneneinstrahlung deutlich seltener auftritt als in sonnenarmen Ländern. Auch weisen MS-Patienten niedrigere Vitamin-D-Werte auf als Gesunde. In einer Studie kanadischer Forscher wurde nun zum ersten Mal gezeigt, dass sehr hohe Dosen Vitamin D (bis zu 14.000 IE pro Tag) die Schubrate bei MS tatsächlich senken und die Progression der Behinderungen bremsen kann. Die Studie war allerdings noch zu klein, um ein signifikantes Ergebnis zu liefern.

Die Untersuchung konnte immerhin zeigen, dass auch extrem hohe Dosen Vitamin D ohne schwerwiegende Nebenwirkungen vertragen wurden. Eine Überdosierung mit Vitamin D kann theoretisch zu einer Überstimulation der Kalzium-Absorption aus dem Darm und der Kalzium-Resorption aus den Knochen führen und damit zu einer Hypercalciämie oder eine Hypercalciurie führen. Dies kann unter anderem zu Kalziumeinlagerungen im Gewebe und zur Schädigung der Nieren führen. Dazu sind nach Schätzungen aber täglich über 40.000 IE Vitamin D über viele Monate hinweg erforderlich. Eine akute Einzelüberdosis ist erst ab 2.000.000 IE gegeben.

Quellen:

Ärzteblatt, 20.01.2012

Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Dezember 2011

Weitere Links:

Synodous – Zahnärzte im Therapeium

Praxis für Integrale Heilkunst im Therapeium

Foto: Kzenon/fotolia.com

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