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Der Therapeium-Blog

Mit unserem Blog möchten wir Sie über aktuelle Forschung aus den Bereichen Natur- und Kulturheilkunde sowie über Veranstaltungen im Therapeium Berlin informieren.

25.04.18 Themengebiete: Ernährung, Umwelt und Technik

Kann das Kükenschreddern verhindert werden?

Fast 50 Millionen männliche Küken werden pro Jahr in Deutschland brutal getötet, weil nur weibliche benötigt werden. Nun haben Forscher eine tierschonende Methode entwickelt, die eine Geschlechtsbestimmung schon im Hühnerei ermöglicht.

Da es in der Produktion von Legehennen keinen Bedarf an männlichen Nachkommen gibt und die Tiere auch für die Mast nicht geeignet sind, gelten die männlichen Küken hier als „wertlos“. Die Folge: Kurz nach dem Schlüpfen werden die flauschigen Tiere aussortiert und brutal getötet: Entweder landen sie lebendig im Schredder oder werden mit Kohlendioxid vergast.

Schon lange kündigt die Politik an, dieser Praxis einen Riegel vorschieben zu wollen, doch passiert ist bisher nichts. Nun haben Forscher der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden sowie der Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig ein Verfahren entwickelt, das die Geschlechtsbestimmung schon kurz nach der Befruchtung zulässt. Mit der Spektroskopie lässt sich frühzeitig feststellen, ob in dem Ei eine Legehenne heranwächst oder ein männliches Tier. Das könnte das millionenfache Töten männlicher Eintagsküken überflüssig machen.

Tierschonendes Verfahren zur Geschlechtsbestimmung

Seit Jahren suchen Wissenschaftler nach einer Methode, das Geschlecht im Hühnerei zu bestimmen. Offenbar gibt es zurzeit zwei vielversprechende Verfahren: ein spektroskopisches und ein endokrinologisches Verfahren. Beim letzteren werden die Hormone bestimmt; es benötigt jedoch neun bis elf Tage lang bebrütete Eier – zu diesem Zeitpunkt sind schon Nervenzellen vorhanden und somit auch ein mögliches Schmerzempfinden.

Die spektroskopische Methode setzt hingegen am Blut an. Das Ei wird dazu etwa drei bis fünf Tage bebrütet. Zu diesem Zeitpunkt hat sich das embryonale Blutgefäßsystem gebildet. Für die Geschlechtsbestimmung wird nun ein bestimmter spektraler Teil des Lichtes genutzt. Dazu wird das Ei mit einer herkömmlichen Lichtquelle durchleuchtet. Das von den Blutgefäßen reflektierte und auch transmittierte Licht wird auf der Eischale aufgefangen und spektroskopisch analysiert.

Da das Licht neben den geschlechtsrelevanten Informationen aus dem Blut auch Informationen zu anderen Inhaltsstoffen des Eies trägt, müssen verschiedene mathematische Filter- und Separationsverfahren kombiniert werden, um letztlich die gewünschten, zur Geschlechtsbestimmung verwendbaren Signale zu erhalten. Wenn alle störenden Einflüsse beseitigt sind, lasse sich anhand der Hämoglobin-Daten das Geschlecht erkennen, erklärt die Chemikerin Grit Preuße von der TU Dresden. Sie hat das Verfahren so weiterentwickelt, dass die Eischale unversehrt bleibt. Bisher musste ein etwa zehn Millimeter kleines Loch gestochen und dann wieder verschlossen werden.

Hoffnung auf baldigen Einsatz in der Praxis

Die spektroskopische Messung ermöglicht die Geschlechtsbestimmung innerhalb von wenigen Sekunden. Bereits unmittelbar danach können als „männlich“ identifizierte Bruteier ebenso wie unbefruchtete Eier aussortiert und einer weiteren Verwendung zugeführt werden. In den Laborversuchen haben die Forscher einfache und dadurch sehr preiswerte Spektrometer eingesetzt – ein wichtiger Aspekt für den wirtschaftlichen Praxiseinsatz in der Legehennenvermehrung, da allein in Deutschland rund 100 Millionen Bruteier pro Jahr untersucht werden müssen. Die praktische Umsetzung der Geschlechtsbestimmung im Hühnerei, die das millionenfache Töten von männlichen Eintagsküken überflüssig machen könnte, könnte damit bald Realität werden.

Quelle:

Pressemitteilung des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, 04.04.2018

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Foto: © were – Fotolia.com

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