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Der Therapeium-Blog

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24.01.18 Themengebiete: Ernährung, Krebs

Kann Grünkohl Krebs vorbeugen?

Grünkohl ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. So hat er einige Substanzen, die vor Krebs schützen sollen. Nun hat eine Studie gezeigt: Grünkohl beugt sogar deutlich besser gegen Krebserkrankungen vor als andere Gemüsearten.

Ein Kultgemüse ist Grünkohl schon seit Jahrzehnten – besonders im Nordwesten Deutschlands. Aber auch weltweit wird das grüne Gemüse immer beliebter. Lange Zeit galt Grünkohl hierzulande vor allem als deftiges Wintergemüse; mittlerweile entdecken jedoch immer mehr Menschen, dass das Gewächs in der Küche deutlich vielseitiger eingesetzt werden kann. So kann Grünkohl beispielsweise zusammen mit anderen Obst- und Gemüsesorten zu grünen Smoothies verarbeitet werden.

Doch Grünkohl gilt auch als wahres Gesundheitswunder. So sollen einige seiner Substanzen vor Krebs schützen können. In einer gemeinsamen Studie haben Forscher der Universität Oldenburg und der Jacobs University in Bremen nun untersucht, wie gesund das grüne Gemüse wirklich ist und welche Grünkohlsorten am gesündesten sind.

Grünkohl enthält viele Glucosinolate

Die zwei Arbeitsgruppen unter der Leitung des Oldenburger Biologen Prof. Dr. Dirk Albach und des Bremer Chemikers Prof. Dr. Nikolai Kuhnert suchten nach Grünkohlarten, die besonders arm an Bitterstoffen und besonders reich an krebsvorbeugenden Substanzen sind. Dabei machten sie eine erstaunliche Entdeckung: „Bislang galt Brokkoli als bestes Anti-Krebs-Gemüse“, sagt Kuhnert. „Umso mehr hat es uns überrascht, dass manche Grünkohlarten zehnmal mehr krebsvorbeugende Substanzen enthalten als Brokkoli.“

Diese besondere Wirkung verdanken diese Grünkohlarten einem hohen Anteil an sogenannten Glucosinolaten. Hierbei handelt es sich um pflanzeneigene Stoffe, die den Grünkohl vor gefräßigen Insekten schützen. Sie machen ihn vor allem für hungrige Raupen zu einer gefährlichen bis tödlichen Mahlzeit. Menschen dagegen können von diesen Substanzen profitieren. Denn beim Zerkleinern des Kohls werden die Glucosinolate in Senföle umgewandelt. „Einige dieser Senföle wirken nachweislich chemopräventiv. Sie können also dabei helfen, Krebserkrankungen vorzubeugen“, so Kuhnert.

Norddeutscher Grünkohl ist am gesündesten

Besonders norddeutsche Grünkohlarten wie Frostara, Neuefehn oder Rote Palme wiesen einen hohen Anteil an diesen besonders gesunden Senfölen auf. Für Verbraucher dürfte es jedoch derzeit noch schwer erkennbar sein, ob sie sich gerade besonders gesunden Grünkohl in den Einkaufskorb gelegt haben. Denn anders als bei Kartoffeln wird bei Grünkohl der Sortenname im Handel meistens nicht genannt.

Dennoch könnten Verbraucher künftig von den Forschungsergebnissen profitieren. Biologe Albach und sein Team sind aktuell damit beschäftigt, die schmackhaftesten und gesündesten Arten miteinander zu kreuzen, um die besten Eigenschaften verschiedener Grünkohlarten zu vereinen. So soll eine neue Grünkohlsorte entstehen, die das Potenzial hat, sich als Standard am Markt durchzusetzen: „Dafür muss sich aber auch die Essgewohnheit ändern, denn die gesunden Inhaltsstoffe bleiben am besten in Salaten erhalten“, so Albach.

Quelle:

Universität Oldenburg, 01.06.2016

NWZ online, 17.06.2016

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