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Der Therapeium-Blog

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22.07.19 Themengebiete: Meditation

Kann Meditation den Augeninnendruck beim Glaukom verringern?

Achtsamkeitsmeditation wird in der Medizin immer beliebter. Nun konnten Forscher zeigen, dass die Meditationsübungen Patienten mit Grünem Star (Glaukom) helfen können. Demnach tragen sie dazu bei, den Augeninnendruck zu senken, stressbedingte Biomarker zu reduzieren und die Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Stress wirkt nicht nur auf unseren Blutdruck und unser Herz-Kreislauf-System ein. Er kann auch den Augeninnendruck erhöhen. Ein internationales Forscherteam kam daher auf die Idee zu untersuchen, ob Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom durch Achtsamkeitsmeditation geholfen werden kann – mit positiven Ergebnissen. In ihrer Studie führte ein regelmäßiges Meditationstraining zu signifikanten Verbesserungen des Augeninnendrucks, einer Verringerung der Stresshormone sowie einen Anstieg der Lebensqualität.

„Die Studie legt nahe, dass psychischer Stress eine der Hauptursachen für erhöhten Augeninnendruck ist. Die Anwendung dieser uralten Meditationstechnik zur Verringerung von Stress ist ein wirksames Mittel, um das Gesamtbefinden der Patienten, und nicht nur das Auge, mit einem ganzheitlichen Ansatz zu behandeln und das allgemeine Wohlbefinden der Patienten zu verbessern“, erklärt Prof. Dr. Bernhard Sabel vom Institut für Medizinische Psychologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Koautor der Studie.

Signifikante Verrringerung des Augeninnendrucks

Für die Studie teilten die Forscher um Dr. Tanuj Dada vom Dr. Rajendra Prasad Center für Augenheilkunde des All India Institute of Medical Sciences in Neu Delhi 90 Glaukom-Patienten zufällig einer von zwei Gruppen zu. Eine Gruppe praktizierte über drei Wochen lang jeden Morgen 60 Minuten mit einem ausgebildeten Yogalehrer ein Meditations- und Atemübungsprogramm. Gleichzeitig nahmen die Teilnehmer weiterhin ihre verordneten Augentropfen ein.

Die zweite Gruppe nahm ebenfalls weiterhin Augentropfen ein, meditierte jedoch nicht. Nach drei Wochen zeigten 75 Prozent der Patienten der Meditationsgruppe eine signifikante Verringerung ihres Augeninnendrucks im Vergleich zur Kontrollgruppe. Darüber hinaus konnten durch die Meditation Stressindikatoren wie der Cortisolspiegel, oxidative Stressbiomarker und pro-inflammatorische Marker reduziert werden. Des Weiteren konnte ein Anstieg von Entspannungsmarkern wie Beta-Endorphinen und neurotrophischen Faktoren im Gehirn nachgewiesen werden.

Weniger Medikamente notwendig

Das Glaukom ist die häufigste Erblindungsursache und betrifft fast 70 Millionen Menschen weltweit. Die Senkung des Augeninnendrucks ist die einzige bewährte Therapie. Derzeit kann dies nur mit Augentropfen, Lasertherapie oder Operationen erreicht werden. Diese Therapien sind jedoch teuer und können okulare und systemische Nebenwirkungen haben, welche die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Glaukom-Patienten beeinträchtigen.

Durch den Einsatz der Meditation sinkt der Bedarf an Medikamenten, wodurch Nebenwirkungen verringert und Kosten für den Patienten und das Gesundheitssystem gesenkt werden können. Darüber hinaus reduziert Meditation die allgemeinen Stresshormone, was die Lebensqualität der Patienten insgesamt verbessert und dabei hilft, die durch den Sehverlust verursachte psychische Belastung erfolgreicher zu bewältigen. Die Autoren der aktuellen Studie wollen ihren Therapienansatz nun weiter erforschern. Sie hoffen, durch Meditation auch das Fortschreiten des Sehverlusts reduzieren, stoppen und vielleicht sogar eine Wiederherstellung des Sehvermögens erreichen zu können.

Quelle:

Journal of Glaucoma 27, 1061-1067, DOI: 10.1097

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