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Der Therapeium-Blog

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06.01.16 Themengebiete: Entspannung, Krebs, Meditation, Schmerzen, Stress

Kann Musiktherapie schwerstkranken Menschen helfen?

Bei unheilbar erkrankten Menschen, die palliativmedizinisch versorgt werden, kann Musiktherapie das Wohlbefinden steigern und Ängste sowie Stress abbauen. Das hat eine aktuelle Studie von Forschern aus Heidelberg ergeben.

Musiktherapie kann den emotionalen Zustand von schwerstkranken Patienten verbessern, Ängste und Stress reduzieren sowie die Lebensqualität erhöhen. Schon lange werden daher musiktherapeutische Maßnahmen bei der Versorgung unheilbar Kranker eingesetzt. Doch bisher gab es kaum hochwertige Studien, die den Nutzen sicher nachweisen konnten. Nun haben Forscher der Universitären Palliativstation am Krankenhaus St. Vincentius in Heidelberg die Anwendung von Musiktherapie mittels einer randomisierten Kontrollstudie wissenschaftlich evaluiert. Die Ergebnisse wurden ins Deutsche Register Klinischer Studien aufgenommen.

Monochordklänge sollen Patienten entspannen

An der Studie nahmen 84 Patienten teil. Fast alle litten unter unheilbaren Krebserkrankungen, die meisten an Brustkrebs, gefolgt von Bauchspeicheldrüsen-, Eierstock- und Prostatakrebs. Die Probanden wurden durch einen Zufallsgenerator einer von zwei Gruppen zugeteilt. In der Musiktherapie-Gruppe nahmen die Patienten an einer Achtsamkeitsübung teil, die von Klängen auf dem Monochord und Gesang begleitet wurde. Die Musik wurde von ausgebildeten Musiktherapeuten eingesetzt und richtete sich unter anderem nach dem Atemrhythmus des Patienten. Schon frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass das Hören von Monochord-/Tamburaklängen bei onkologischen Patienten zu subjektiv empfundenen und auch physiologisch nachweisbaren Entspannungsreaktionen führt.

Den Patienten der Kontrollgruppe wurde anstelle der Musik ein Entspannungsprogramm vorgespielt; auch gab es bei ihnen kein begleitendes Gespräch. Allerdings war auch hier ein Therapeut während der Sitzung anwesend und stand für Fragen zur Verfügung. Vor und nach den Übungen füllten alle Patienten einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung ihres psychischen und physischen Zustands aus. Um die Selbsteinschätzung auch mit physiologisch messbaren Werten zu stützen, wurde während des ganzen Untersuchungszeitraums eine Messung der Herzfrequenzvariabilität (HRV) durchgeführt.

Musiktherapie erhöht Wohlbefinden signifikant

Die Auswertung des Fragebogens ergab, dass sich in beiden Gruppen das psychische Befinden stark verbesserte. Allerdings war in der Musiktherapie-Gruppe die Verbesserung bei Entspannung und Wohlbefinden signifikant höher als in der Kontrollgruppe. Die physiologischen Daten konnten dies bestätigen, da es bei der Musiktherapie auch zu einer signifikant stärkeren Zunahme hochfrequenter Veränderungen in der Herzfrequenzvariabilität kam; auch eine Tendenz zu verstärkter Peripherdurchblutung (BVP-A) konnte festgestellt werden, was für eine erhöhte parasympathische und reduzierte sympathische Modulation der kardiovaskulären Aktivität des autonomen Nervensystems spricht.

Ebenfalls überlegen war die Musikgruppe hinsichtlich der Fatigue, die für viele Krebspatienten ein großes Problem darstellt. Bei der Lebensqualität insgesamt war der Unterschied hingegen nicht signifikant. Auch die Hypothese, dass Musiktherapie zur Schmerzreduktion beiträgt, konnte nicht bestätigt werden. Allerdings waren die meisten Probanden schon vor Untersuchungsbeginn schmerztherapeutisch gut eingestellt.

Für die Forscher steht damit fest: Durch Musiktherapie können Entspannung und Wohlbefinden bei unheilbar erkrankten, palliativmedizinisch betreuten Patienten verbessert werden. Die Wirkung wird dabei auf die Musik, aber auch auf die persönliche Zuwendung durch den Therapeuten zurückgeführt. Das entspricht der Auffassung, dass zur Musiktherapie immer auch die persönliche Beziehung zum Therapeuten gehört.

Quelle:

Dtsch Arztebl Int 2015

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