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Der Therapeium-Blog

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25.06.19 Themengebiete: Ernährung

Kann schon der Gedanke an Kaffee belebend wirken?

Der Duft eines frisch aufgebrühten Kaffees am Morgen: Für viele Menschen ist dies eins der schönsten Dinge des Tages. Doch was macht der Duft eigentlich mit uns? Und könnte schon der Gedanke an Kaffee eine so belebende Wirkung haben, dass wir das Getränk eigentlich gar nicht mehr brauchen?

Vor den ersten Schlucken Kaffee am Morgen zu nichts zu gebrauchen – das kennen viele Menschen. Dennoch würde so mancher gerne seinen Kaffeekonsum reduzieren. Grund genug zu untersuchen, ob die Effekte des Kaffeetrinkens nicht auch anders ausgelöst werden können, beispielsweise aufgrund von Gerüchen, visuelle Eindrücke oder Geräuschen, die uns an das Heißgetränk erinnern.

Wissenschaftler der Monash University in Melbourne und der University of Toronto sind daher der Frage nachgegangen, ob der Gedanke an Kaffee bei Kaffeeliebhabern zu einem Placeboeffekt führen kann. Die Forscher Dr. Eugene Chan, Dozent für Marketing an der Monash Business School, und Sam Maglio, Professor für Marketing und Psychologie an der University of Toronto, haben dafür den Zusammenhang zwischen Kaffee und dem Erregungszustand des zentralen Nervensystems untersucht.

Wahrnehmung von Kaffee-Reizen stimuliert das Nervensystem

871 Studienteilnehmer aus westlichen und östlichen Kulturen haben die Forscher in verschiedenen Experimenten Kaffee- und Tee-bezogenen Reizen ausgesetzt, ohne dass die Getränke tatsächlich konsumiert wurden. In einem Experiment wurden die Teilnehmer darum gebeten, Werbeslogans für Kaffee oder Tee zu entwickeln. In einem anderen sollten sie Berichte über die gesundheitlichen Vorteile des Kaffee- oder Teekonsums erfinden. Während der gesamten Untersuchung überwachten die Wissenschaftler die Erregungswerte und die Herzfrequenzen der Teilnehmer.

Im Mittelpunkt der Studie stand ein psychologischer Effekt, der als mentale Abstraktion bezeichnet wird. Die mentale Abstraktion bestimmt, wie der Mensch denkt und Informationen verarbeitet und ob er sich auf kleinere Details oder eher auf das Gesamtbild konzentriert. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Wahrnehmung von Kaffee-Reizen, also von Bildern, Gerüchen und Geräuschen, die den Menschen an Kaffee denken lassen, die Aufmerksamkeit, Energie und Herzfrequenz der Menschen steigern und ihre kognitiven Leistungen verbessern kann.

„Aus unserer Untersuchung lassen sich faszinierende Schlüsse ziehen, da sie aufzeigt, dass weniger physiologische Aspekte als vielmehr die psychologischen Assoziierungen unsere kognitiven Muster verändern können“, so Dr. Chan. „Solange Menschen Kaffee mit einem Erregungszustand verbinden, ganz gleich, woher diese Assoziation auch stammt, kann die Wahrnehmung von Sinnesreizen, die an Kaffee erinnern, das zentrale Nervensystem stimulieren, ohne irgendeine Form von Koffein zu sich zu nehmen.“

Chemische Rezeptoren werden wie beim „echten“ Konsum getriggert

In diesem Zusammenhang zeigte sich, dass auch der bloße Duft von Kaffee die anregenden Effekte des Heißgetränks hervorrufen kann. „Das liegt daran, dass die Gehirne von regelmäßigen Kaffeekonsumenten darauf konditioniert sind, auf eine bestimmte Art und Weise auf Kaffee zu reagieren, ganz so wie es das berühmte Phänomen des Pawlowschen Hundes beschreibt“, erklärt Chan. So könne bereits das Vorbeigehen an unserem Lieblingscafé, der Geruch von Kaffeesatz oder die Wahrnehmung von Reizen in Form von Kaffee-Werbung die chemischen Rezeptoren in unseren Körpern so weit triggern, dass wir die gleichen Erregungszustände ohne den tatsächlichen Konsum von Kaffee erreichen können.

„Diese Studie könnte sogar helfen zu erklären, wie das Trinken von entkoffeiniertem Kaffee zu schnelleren Reaktionszeiten bei der Lösung von Aufgaben führen kann. Vielleicht ist die mentale Verknüpfung zwischen Kaffee und Erregungszustand so stark, dass sie kognitive Veränderungen hervorrufen kann, selbst wenn es rein physiologisch gar keine Koffeinzufuhr gab“, erklärt der Experte weiter. Diese Erkenntnisse könnten unter anderem dazu genutzt werden, sich von Koffein oder anderen stimulierenden Substanzen langsam zu entwöhnen.

Quelle:

Monash University, 18.04.2019

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