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Der Therapeium-Blog

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28.01.15 Themengebiete: Stress

Schwächt Stress die Empathie?

Forscher haben herausgefunden, warum fremde Menschen oft wenig Einfühlungsvermögen füreinander haben: Grund ist der natürliche Stress, den wir beim Kontakt mit Fremden empfinden. Allerdings lässt sich die Empathie sehr leicht steigern.

Der natürliche Stress beim Kontakt zu Fremden verringert das Einfühlungsvermögen. Daher ist das empathische Mitempfinden von Schmerzen eines anderen gegenüber Freunden und Verwandten stärker ausgeprägt als gegenüber Fremden. Stress-Abbau hingegen führt grundsätzlich zu mehr Empathie. Amerikanische Wissenschaftler konnten diese Zusammenhänge nun beweisen.

„Wir haben herausgefunden, warum Empathie zwischen Fremden so selten ist“, sagt Jeffrey Mogil von der McGill University in Montreal. „Der Grund ist – ganz einfach – Stress, insbesondere sozialer Stress in unmittelbarer Nähe eines Fremden.“ Aus früheren Untersuchungen war bekannt, dass die körperliche Nähe eines fremden Artgenossen den Spiegel an Stresshormonen steigen lässt. Daher untersuchten Mogil und seine Kollegen einen möglichen Zusammenhang zwischen Stress und Empathie.

Bei Freunden leiden wir stärker mit

Zunächst beobachteten die Forscher diesen Zusammenhang in Versuchen mit Mäusen. Mäuse reagieren oft stark auf Schmerzen, die einer anderen Maus zugefügt werden. Allerdings gilt diese empathische Reaktion nur für Bekannte – das Schicksal fremder Mäuse interessiert die Tiere weniger. Die Forscher untersuchten nun, wie sich die Mäuse verhielten, wenn sie den Stress-abbauenden Hormonblocker Metyrapon erhalten hatten. Es zeigte sich, dass die Mäuse nach der Gabe des Medikamentes auf die Schmerzen fremder Tiere genauso empathisch reagierten, als wären sie mit ihnen schon lange bekannt gewesen. Das zeigt nach Meinung der Wissenschaftler, dass es tatsächlich durch Stress ausgelöste biochemische Reaktionen sind, welche die normale Gefühlsansteckung beeinflussen.

Das kann auch für Menschen gelten, fanden die Forscher. Und wirklich lieferten entsprechende Tests mit Studenten, die entweder befreundet waren oder sich gar nicht kannten, ähnliche Ergebnisse. Während einer der Studenten seine Hand in vier Grad kaltes Wasser legen musste, was Schmerzen auslöste, zeigten zuschauende Freunde stärkere Reaktionen als Fremde. Aber auch die fremden Studenten stuften den Schmerz der anderen deutlich höher ein, wenn sie eine Stunde zuvor Metyrapon eingenommen hatten, was gleichzeitig den Cortisolspiegel senkte. Zudem waren dann auch ihre mimischen und gestischen Reaktionen, die Mitgefühl zum Ausdruck brachten, stärker ausgeprägt.

Vom Fremden zum Freund

Um Stress abzubauen und zwischen Fremden ein Gefühl des Vertrautseins aufzubauen, braucht es beim Menschen aber nicht unbedingt eine chemische Nachhilfe. Auch15 Minuten eines gemeinsamen Videospiels können dafür genügen. So führte eine Runde mit dem Videospiel „Rock Band“, bei dem die Teilnehmer gemeinsam Musik machen, bei einander fremden Studenten hinterher zum gleichen Ergebnis wie das Stress-abbauende Medikament. Ein einfaches gemeinsames Spiel reicht also aus, um einen Menschen von der „Fremdgruppe“ in die „Freundesgruppe“ einzuordnen und diesem Empathie entgegenzubringen, erklären die Studienautoren.

„Es ist faszinierend, dass dieses Phänomen bei Mäusen und Menschen identisch zu sein scheint“, kommentiert Mogil. Die Studie zeige, warum Empathie nicht öfter unter Fremden vorkomme. „Das Geheimnis ist ganz einfach Stress, und zwar besonders der soziale Stress, nahe bei einem Fremden zu sein.“ Die Studie beweise zudem, dass Mäuse zu einem komplexeren sozialen Verhalten fähig seien als bislang angenommen. Auf der anderen Seite zeige sie, dass soziale Phänomene bei Menschen einfacher sein könnten als bisher geglaubt. Das Verhalten habe sich über die Evolution hinweg konserviert, schreiben die Forscher in ihrem Fachartikel. Auch bei Ratten habe eine frühere Studie gezeigt, dass Tiere mit einem relativ geringen Level des Stresshormons Corticosteron hilfsbereiter seien.

Quelle:

Current Biology, 15. Januar 2015

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