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Der Therapeium-Blog

Mit unserem Blog möchten wir Sie über aktuelle Forschung aus den Bereichen Natur- und Kulturheilkunde sowie über Veranstaltungen im Therapeium Berlin informieren.

05.08.21 Themengebiete: Uncategorized

„Silent inflammation – chronisch krank”

Das Thema „Stille Entzündung“ (Silent inflammation, low-grade inflammation) erlangt immer mehr an Bedeutung bei der Behandlung chronischer Erkrankungen wie Asthma, Diabetes, Depressionen oder auch Rheuma. Eine stille Entzündung kann ein Hinweis auf verschiedenartige krankheitsfördernde Prozesse im Körper sein. Diese stehen in Verbindung mit dem Lebensstil einer Person sowie mit der Fähigkeit des Körpers, verschiedenartige Umweltbelastungen zu bewältigen. Die Unterstützung der körpereigenen Entgiftung ist ein möglicher Ansatzpunkt zur Vorbeugung und Behandlung stiller Entzündungen und chronischer Erkrankungen.

Die medizinische Meta-Datenbank „PudMed“ verzeichnet seit den 2000ern einen doch kontinuierlichen Anstieg an klinischen Studien, die sich mit stillen Entzündungen auseinandersetzen (Stichwort: „low-grade inflammation“). Doch was ist eine stille Entzündung? Eine stille Entzündung wird auch als niederschwellige (low-grade) Entzündung definiert und mit einem Schwelbrand verglichen. Sie ist ein langanhaltender entzündlicher Prozess im Körper, der – bleibt man bei dem Vergleich mit dem Feuer – keine offensichtlichen Flammen aufweist. Das heißt, im Gegensatz zur akuten Entzündung mit den typischen und gut wahrnehmbaren körperlichen Symptomen wie beispielsweise Rötungen, Schwellungen und Schmerzen ist die stille Entzündung weniger offenkundig und bleibt daher zunächst unbemerkt.

Bei stillen Entzündungen sind normale Entzündungsmarker im Blut nur leicht erhöht

Entzündungen im Köper machen sich neben den bereits erwähnten akuten Entzündungssymptomen durch die Erhöhung bestimmter Entzündungsmarker im Blut bemerkbar. Schmiedel1 beschreibt bespielweise, dass eine stille Entzündung durch einen zwei- bis drei-fachen Anstieg der Entzündungsmarker wie dem C-reaktiven Protein (CRP) oder dem Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α) sichtbar wird. Er ordnet eine stille Entzündung daher zwischen dem CRP-Wert 1–5 mg/dl ein, ohne das zeitnahe Auftreten typischer Entzündungszeichen wie beispielsweise bei einem grippalen Infekt. Die Normalwerte eines „wirklich Gesunden“ lägen bei einem CRP-Wert von unter 1 oder unter 0,5 mg/dl.

Somit sind die normalen Entzündungsmarker im Blut nur leicht erhöht, was dazu führt, dass eine stille Entzündung unentdeckt bleiben kann, wenn weitere Kontrollen oder der Einbezug anderer Entzündungsmarker ausbleiben.

Ursachen stiller Entzündungen sind vielfältig

Das Auftreten von stillen Entzündungen kann von vielen Einflussfaktoren bestimmt werden. Aus diesem Grund ist eine individuelle Diagnose vonnöten. In der Regel besitzt ein gesundes Köper-Geist-System die Fähigkeit der Selbstregulation und kann mit belastenden Umständen gut umgehen. Hier wird die individuelle Verfassung eines Menschen und dessen Lebensstil wichtig. Es gibt aber chronische Belastungen oder Gewohnheiten, die dem Köper auf Dauer nicht guttun. Auslöser für stille Entzündungen sind zum Beispiel chronische Stresssituationen, die dem Körper nicht die Möglichkeit lassen, sich selbständig zu regulieren, da er nicht zur Ruhe kommen und dadurch auch nicht regenerieren kann. Weitere Beispiele sind eine anhaltende unausgewogene Ernährung oder die Einnahme eines Antibiotikums, die ein gestörtes Mikrobiom im Darm zur Folge haben können. Auch die Kombination von Faktoren kann zu einer stillen Entzündung führen. Dr. Jaspers2 vom Institut für Mikroökologie legt beispielsweise dar, wie Stresshormone eine vermehrte Ansiedelung gesundheitsschädlicher oder pathogener Bakterien begünstigen. Die sogenannten Gram negativen Bakterien haben direkte Rezeptoren für Stresshormone (häufig aus der Familie der Enterobacteriaceae). Sie tragen Lipopolysaccharide (LPS) auf ihrer äußeren Membran. Durch eine starke Vermehrung dieser Bakterien ist der Körper vermehrt mit LPS konfrontiert. LPS ist gleichzeitig ein Entzündungsmediator im Körper und damit potenzieller Auslöser einer stillen Entzündung. Hier wären eine Darmsanierung und die konsequente Reduzierung von Stress im Alltag hilfreiche Interventionen.

Ein weiterer Faktor ist die körpereigene Entgiftungsleistung. Kommt es zu chronischen Erkrankungen, so ist die Unterstützung des körpereigenen Entgiftungssystems ein möglicher Behandlungsansatz. Dr. med. Birgitt Theuerkauf beschreibt in ihrem Buch „Silent inflammation – chronisch krank“ die Störung der Entgiftungsleistung des Körpers als „konstante Gemeinsamkeit“ der unterschiedlichsten meist chronischen Krankheiten. Ihre These ist, dass die Ursache stiller Entzündungen Stoffwechselstörungen sowie Störungen des Entgiftungssystems des Körpers sind, auch wenn die Patientinnen und Patienten unterschiedliche Symptome zeigen. Sie setzt den Begriff „Silent inflammation“ mit dem der „chronischen Entzündung“ gleich. Das Buch sowie der darin ausführlich beschriebene Therapieansatz entstanden auf der Grundlage ihrer Erfahrungen und Erkenntnisse bei der Behandlung chronisch kranker Patientinnen und Patienten. Es thematisiert verschiedene Ursachen von Schadstoffbelastungen sowie die Funktion und Störungen der körpereigenen Entgiftung und geht insbesondere auf spezifische Störungen des Entgiftungssystems ein.

 

Quellen:

1 Schmiedel, Volker (2018): Omega-3 und stille Entzündungen. In: Erfahrungsheilkunde, 4: 198-205. (https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-0647-0080)

2 Japers, Elke (2018): Silent inflammation Teil 1 (https://www.youtube.com/watch?v=ZK119WtVlM0)

3 Theuerkauf, Birgitt (2019): Silent inflammation – chronisch krank. Basistherapie durch Unterstützung der körpereigenen Entgiftung. QKD-Verlag, Thaden.

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