loading

Der Therapeium-Blog

Mit unserem Blog möchten wir Sie über aktuelle Forschung aus den Bereichen Natur- und Kulturheilkunde sowie über Veranstaltungen im Therapeium Berlin informieren.

11.11.20 Themengebiete: Entspannung, Umwelt und Technik

Stört blaues Licht unseren Tag-Nacht-Rhythmus?

Gerät unsere innere Uhr aus dem Takt, kann das der Gesundheit schaden. Eine Studie zeigt nun, dass viel blaues Licht in der Nacht dazu führt, dass sich der Tag-Nacht-Rhythmus nicht mehr mit der Umwelt synchronisieren kann.

Schlafstörungen sind mit diversen Gesundheitsrisiken verbunden. Das ist besonders bedenklich, da laut Mikrozensus 2017 mehr als 4,5 Millionen Menschen in Deutschland nachts arbeiten. Wissenschaftler suchen daher nach Risikofaktoren für Schlafstörungen. So haben Forscher vom Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA), die Zusammenhänge zwischen Lichteinflüssen und innerer Uhr genauer untersucht.

Für ihre Studie führten die Wissenschaftler bei Beschäftigten in der Pflege jeweils über 24 Stunden personenbezogene Lichtmessungen durch. Dies erlaubte den Forschern eine detaillierte Analyse der Unterschiede zwischen Tag- und Nachtarbeit. Nach Angaben des IPA konnte damit erstmals eingehend beschrieben werden, wie sich 24-Stunden-Lichtprofile durch die Schichtarbeit verändern.

An der Studie nahmen weibliche Beschäftigte in der Krankenpflege teil, die sowohl in Tag- als auch in Nachtschichten arbeiteten. Die Vergleichsgruppe bestand aus Frauen, die ausschließlich in Tagschichten arbeiteten. Erfasst wurden in der Studie typische 24-Stunden-Profile des Lichts während Phasen mit Tagarbeit und Phasen mit Nachtarbeit.

Bei Nachtarbeit verschiebt sich Blaulichtprofil

Dazu trugen die Teilnehmerinnen Lichtmessgeräte, mit denen die Lichtexpositionen in verschiedenen Spektralbereichen – hierunter auch das Blaulicht, welches für die biologischen Tagesrhythmen eine besondere Rolle spielt – alle zehn Sekunden aufgezeichnet wurden. „Wir haben so ein engmaschiges Lichtprofil über den Tag erhalten und konnten gezielt bestimmte Zeitabschnitten untersuchen“, erläutert die Leiterin der Studie Dr. Sylvia Rabstein.

„Natürlich waren wir davon ausgegangen, dass die Lichtprofile bei Nachtarbeit eine erhöhte Blaulichtexposition im Vergleich zu Phasen mit Tagschicht zeigen“, so Prof. Thomas Behrens. Doch die Forscher fanden noch mehr heraus. „Es zeigte sich, dass das 24-Stunden-Blaulichtprofil bei Nachtschichtarbeit nicht nur zeitlich verschoben ist, sondern auch eine ganz andere Form hat“, so Rabstein.

Die Forscherin erläutert weiter: „So fehlten insbesondere die längeren Phasen an Dunkelheit, die für die Synchronisation der inneren Uhren durch den Wechsel zwischen hell und dunkel wichtig sein können und die auch für eine gute Schlafqualität sorgen.“ Mit Blick auf die tägliche Praxis könnte dies bedeuten, dass es sinnvoll ist, den Schlafraum beim Tagschlaf noch stärker abzudunkeln. Wie sich die Unterschiede in den Lichtprofilen auf Schlaf, Hormone und weitere Parameter auswirken, soll nun in weiteren Studien genauer untersucht werden.

Blaulicht stört Melatonin-Ausschüttung

Licht ist der für den Menschen sichtbare Bereich der elektromagnetischen und optischen Strahlen, der durch die Stäbchen und Zapfen des Auges wahrgenommen wird, aber auch noch auf weitere Rezeptoren wirkt. Die Strahlung im Spektralbereich des blauen Lichts ruft dabei unter anderem eine nichtvisuelle Wirkung im Körper hervor. Diese sorgt dafür, dass der biologische Tagesrhythmus im Körper mit dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus der Umwelt synchronisiert wird.

So beeinflusst blaues Licht insbesondere unseren natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus, aber auch den Hormonhaushalt und viele weitere Prozesse im Körper. Studien zeigen, dass zu viel Blaulicht in der Nacht dazu führen kann, dass die nächtliche Ausschüttung des auch als „Schlafhormon“ bezeichneten Melatonins unterdrückt wird. Daher wird von einer intensiven Nutzung von Lichtquellen wie PC, Tablet, Smartphone und Co. vor dem Schlafengehen abgeraten.

Quelle:

Sciene oft the total environment 2019

Verwandte Artikel:

Hilft Akupunktur bei Schlafstörungen besser als Medikamente?

Weitere Links:

Praxis für Integrale Prävention

Foto: Adobe Stock / kanashkin

So erreichen Sie das Therapeium!



Adresse
Hohenzollernstr. 12 14163 Berlin-Zehlendorf
Telefon
Tel. 030 - 810 541 87 Fax: 030 - 810 541 88

Hier befindet sich das Therapeium.


Das Therapeium befindet sich in der Hohenzollernstrasse 12, liegt zentral in Zehlendorf-Mitte und ist bequem mit der S-Bahn von Berlin-Mitte innerhalb einer halben Stunde zu erreichen. Route anzeigen lassen.
Vom S-Bahnhof Zehlendorf laufen Sie ca. fünf Minuten zu uns. Parkplätze finden Sie direkt vor der Tür bzw. in der nächsten Seitenstraße!
Sie kommen mit dem Auto zu uns? Lassen Sie sich jetzt die Route berechnen oder die Anfahrt mit S-Bahn oder Bus anzeigen.
Webdesign: Sascha Zemke & Erasmus Schröder