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Der Therapeium-Blog

Mit unserem Blog möchten wir Sie über aktuelle Forschung aus den Bereichen Natur- und Kulturheilkunde sowie über Veranstaltungen im Therapeium Berlin informieren.

10.08.16 Themengebiete: Atemwegserkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Naturstoffe, Umwelt und Technik

Warum schützen Bauernhöfe vor Asthma und Allergien?

Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, leiden später deutlich seltener an Asthma und Allergien als ihre Altersgenossen in der Stadt. Eine Studie hat nun einen wichtigen Mechanismus dieses „Bauernhofeffekts“ entschlüsselt.

Es ist schon länger bekannt, dass häufige Aufenthalte auf Bauernhöfen Kinder vor Asthma und Allergien schützen können. Die genauen Ursachen für den „Bauernhofeffekt“ sind jedoch noch nicht bekannt. Bisher wurden nur Teile der Mechanismen, die dabei offensichtlich eine Rolle spielen, aufgedeckt. Nun haben Wissenschaftler vom Forschungszentrum Borstel, einem Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, ein weiteres Puzzlestück zur Erklärung gefunden. Offenbar ist die Bakterien-RNA entscheidend für den Effekt. Zuvor war man davon ausgegangen, dass es im wesentlichen die Zellwandbestandteile der Bakterien sind, die für die Schutzwirkung verantwortlich sind.

RNA der Bakterien schützt vor allergischen Reaktionen

Nach der sogenannten Hygiene-Hypothese sind es Bestandteile der ländlichen Umgebung, die das kindliche Immunsystem so „abhärten“, dass es Fehlreaktionen auf an sich harmlose Umweltsubstanzen unterbindet. Diese These wurde insofern bestätigt, als man festgestellt hat, dass tatsächlich auf Bauernhöfen vorkommende Mikroorganismen eine vor Allergien schützende Wirkung haben. Dabei handelt es sich um Bakterien wie dem Lactococcus lactis G121, einem Vertreter der Milchsäurebakterien.

Gelangen die ­für den Menschen ungefährlichen Bakterien in den Körper, so werden sie von Dendritischen Zellen aufgenommen und in Fragmente zerlegt. Bei diesem Vorgang wird das menschliche Immunsystem in Richtung Th1- oder Th2-Antwort „polarisiert“. Im Gegensatz zu den allergischen Th2-Antworten schützen Th1-Immunreaktionen vor allergischen Reaktionen. Die Forscher fanden nun heraus, dass die Ribonukleinsäure (RNA) der aufgenommenen Lactococcus lactis-Bakterien eine entscheidende Rolle dabei spielt, in welche Richtung die Immunreaktion geht. Sie veranlasst die Zellen, eher eine schützende Th1-Antwort auszulösen, und verringert damit offenbar das Allergierisiko.

Hoffnung auf neue Therapieansätze gegen Asthma und Allergien

Im Tiermodell konnte bestätigt werden, dass bei einer Behandlung mit Lactococcus lactis eine allergische Reaktion verhindert wird. Dabei müssen die Bakterien allerdings komplett aufgenommen und zerlegt werden, sodass die RNAs ihre antiallergene Wirkung entfalten können. Zudem ist offenbar eine gewisse Diversität von Vorteil, also eine Mischung verschiedener Mikroorganismen und ihrer Bestandteile, um das kindliche Immunsystem vor Asthma und Allergien zu schützen. Daher werden noch weitere Forschungen nötig sein, um die genauen Zusammenhänge vollständig aufzuklären. Die Wissenschaftler hoffen, dass sich daraus irgendwann Behandlungsansätze gegen Asthma und Allergien entwickeln lassen.

Quelle:

Journal of Allergy and Clinical Immunulogy, Juli 2016

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