loading

Der Therapeium-Blog

Mit unserem Blog möchten wir Sie über aktuelle Forschung aus den Bereichen Natur- und Kulturheilkunde sowie über Veranstaltungen im Therapeium Berlin informieren.

07.08.20 Themengebiete: Stress

Wie anstrengend ist das Erlernen neuer Verhaltensweisen?

Alte Verhaltensweisen abzulegen und in neuen, unbekannten Situationen Regeln zu finden, verlangt dem Gehirn Höchstleistungen ab. Das haben Forscher des Leibniz-Instituts für Neurobiologie Magdeburg (LIN) gezeigt.

Alte Gewohnheiten loszuwerden, ist schwer, und in neuen Situationen geraten wir leicht in Stress. Was dabei im Gehirn passiert, haben Magdeburger Forscher um PD Dr. Max Happel und Marina Zempeltzi aus der LIN-Arbeitsgruppe CortXplorer untersucht.

„Gerade wenn sich bestehende Regeln ändern, wie in der jetzigen Zeit, merken wir, wie anstrengend es ist alte Verhaltensweisen abzulegen“, so Studienleiter Happel. Das haben wir alle spätestens in der Coronakrise erfahren. Die LIN-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben im Tiermodell untersucht, wie Wüstenrennmäuse erst eine einfache Aufgabe erlernen und dann durch Erschweren der Regel umlernen müssen. Das Forscherteam fand mittels räumlich hoch aufgelöster Messung von vielen tausend Nervenzellen in der Großhirnrinde heraus, dass diese während des Umlernens der Regel deutlich stärker aktiv waren.

Aktivitätsmuster in Nervenzellen untersucht

Zunächst lernten die Tiere als Reaktion auf zwei unterschiedliche Töne jeweils die Seite einer zweigeteilten Kammer zu wechseln. Nach erfolgreichem Erlernen wurde die Regel geändert. Nun signalisierte nur noch einer der beiden Töne einen Seitenwechsel, während der andere Ton, entgegen der vorherigen Regel, zum Sitzenbleiben zwang.

Zu übersetzen ist das in etwa so: Zunächst lernt man eine Straße unabhängig der Ampelfarbe zu überqueren, während in der zweiten Phase wichtig ist, ob diese auf ‚rot‘ oder ‚grün‘ steht. Zudem konnten die Forscher mittels statistischer Verfahren bereits Sekunden vor der Entscheidung der Wüstenrennmaus aus den Aktivitätsmustern der Nervenzellen vorhersagen, wie diese ausfallen würde.

Anpassung an neue Regeln strengt das Gehirn enorm an

„Wenn sich bekannte Regeln ändern, werden unsere Entscheidungen unsicher“, erläutert Marina Zempeltzi, Erstautorin der Studie. „Jetzt arbeitet unser Gehirn auf Hochtouren, um eine neue Regel zu finden, nach der wir unser zukünftiges Verhalten ausrichten können“. Eine solche Anpassung des eigenen Verhaltens ist kognitiv anstrengend und bedarf entsprechender Ressourcen. Erst wenn sich erneut eine Routine einstellt, reduziert sich die Hirnaktivität wieder.

Ob sich die neu entwickelten Ansätze der Vorhersagbarkeit von Entscheidungen aus der Hirnaktivität auf Messungen am Menschen übertragen lassen, soll nun in weiteren Studien erforscht werden. „Wir können die Hirnmuster vor einer Entscheidung mit unseren Methoden bis auf Ebene einzelner Zellpopulationen beschreiben. Wir arbeiten bereits mit Kollegen daran, diese Modelle auf menschliche Hirnsignale anzuwenden“, so Happel. Dies sei noch ein langer, aber auch spannender Weg.

Quelle:

Communications Biology, volume 3, Article number: 345 (2020)

Weitere Links:

Praxis für Integrale Prävention im Therapeium Berlin

Foto: © Adobe Stock / peterschreiber.media

So erreichen Sie das Therapeium!



Adresse
Hohenzollernstr. 12 14163 Berlin-Zehlendorf
Telefon
Tel. 030 - 810 541 87 Fax: 030 - 810 541 88

Hier befindet sich das Therapeium.


Das Therapeium befindet sich in der Hohenzollernstrasse 12, liegt zentral in Zehlendorf-Mitte und ist bequem mit der S-Bahn von Berlin-Mitte innerhalb einer halben Stunde zu erreichen. Route anzeigen lassen.
Vom S-Bahnhof Zehlendorf laufen Sie ca. fünf Minuten zu uns. Parkplätze finden Sie direkt vor der Tür bzw. in der nächsten Seitenstraße!
Sie kommen mit dem Auto zu uns? Lassen Sie sich jetzt die Route berechnen oder die Anfahrt mit S-Bahn oder Bus anzeigen.
Webdesign: Sascha Zemke & Erasmus Schröder