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Der Therapeium-Blog

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28.10.20 Themengebiete: Entspannung, Meditation

Wie verändert Meditation das Gehirn?

Milliarden von Neuronen sorgen dafür, dass wichtige Informationen verarbeitet und unwichtige ignoriert werden. Meditation als Technik der Selbstregulation kann helfen, diese Fähigkeiten noch zu verbessern. Eine wichtige Rolle spielt dabei offenbar die sogenannte Kritikalität des Gehirns.

Was geschieht im Gehirn, wenn man beginnt, das Meditieren zu erlernen? Das haben sich Forscher um Dr. Stefan Dürschmid und Dr. Matthias Deliano am Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) gefragt und in den elektrophysiologischen Wellen des Gehirns nach Spuren der Meditation gesucht. Dabei konnten sie zeigen, dass Meditation die Informationsverarbeitung und Selbstregulation des Gehirns verbessern kann – und das schon von der ersten Meditationsübung an. Entscheidend ist dabei der Einfluss auf die sogenannte Kritikalität des Gehirns.

Obwohl wir immer besser verstehen, wie das Gehirn funktioniert, gibt es immer noch viele ungelöste Fragen. Eine davon ist die, wann und in welchem Sinne unser Gehirn optimal funktioniert. Ein Konzept, das diese Frage zu beantworten versucht, heißt „Selbstorganisierende Kritikalität“. Damit werden allgemein Systeme beschrieben, die sich durch eine eigene Dynamik, also ohne externe Regulierung, so entwickeln, dass sie nahe am kritischen Punkt zwischen Chaos und Stagnation operieren.

Das Gehirn arbeitet im „kritischen Zustand“ optimal

Für das Gehirn scheint dieser „kritische Zustand“ optimal zu sein, denn ein chaotisches Verhalten würde keine zuverlässigen Leistungen ermöglichen, während die Stagnation immer wieder zum gleichen Ergebnis führen würde. Bei der Kritikalität kommt es hingegen zu einer optimalen Verarbeitung, Übertragung und Speicherung von Informationen innerhalb der neuronalen Netze sowie zu einer optimalen Empfindlichkeit auf Stimuli.

In einer Studie untersuchten nun die Wissenschaftler des LIN mittels Magnetencephalographie (MEG), ob Achtsamkeitsmeditation neuronale Netzwerke auf einen kritischen Zustand einstellt. Dazu verglichen sie die Ergebnisse von Probanden, die Achtsamkeitsmeditation durchführten, mit einer Gruppe in Ruhe. Teilnehmern, die noch keine Erfahrung in Meditation hatte, wurde eine einfache Achtsamkeits-Atmungsaufgabe gestellt.

Meditation ermöglicht optimale Informationsverarbeitung

Es zeigte sich, dass durch Achtsamkeitsmeditation eine hochfrequente Aktivität der neuronalen Netzwerke ausgelöst wird, die das Gehirn an den Rand der Kritikalität bringen. Dabei werden im frontalen Kortex neuronale Aktivitätskaskaden auslöst. Diese Aktivitäten werden durch andere kortikale Regionen geführt als im Ruhezustand. Auch wenn sich die Probanden ohne jegliche Meditationserfahrung ausschließlich auf Ihre Atmung konzentrierten, wurde die neuronale Aktivität über weite Teile der Hirnrinde hinweg optimal koordiniert.

„Im Gegensatz zum Ruhezustand erfordert achtsame, fokussierte Aufmerksamkeit, dass man das Wandern der Gedanken bemerkt und unterdrückt und sich immer wieder neu auf den Atem konzentriert. Es geht also um ständige Überwachung und exekutive Kontrolle, insbesondere bei Anfängern“, so Dr. Stefan Dürschmid. „Dies könnte durch Hirnzustände umgesetzt werden, die an einem instabilen kritischen Punkt zwischen Ordnung und Unordnung, der Kritikalität, ausbalanciert sind und eine flexible Fokussierung der Aufmerksamkeit ermöglichen.“

Quelle:

Plos one, 11 Jun 2020

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