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Der Therapeium-Blog

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24.09.19 Themengebiete: Schmerzen

Wie verbreitet ist Schmerzmittelabhängigkeit in Deutschland?

Wird von Sucht gesprochen, denken die meisten Menschen an illegale Drogen oder Alkohol. Doch auch Schmerzmittel haben ein Suchtpotenzial. Dabei sind Opioide zumindest in Deutschland nicht das größte Problem, sondern vor allem freiverkäufliche Schmerzmittel.

1,6 Millionen Deutsche sollen Schätzungen zufolge von Schmerzmitteln abhängig sein. Opioide – wie oft befürchtet – sind dabei hierzulande nicht das größte Problem. Das ist eines der Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurveys 2018 des Instituts für Therapieforschung in München. Demnach hat sich die Befürchtung, dass sich die Entwicklung bei Opioiden, wie sie in den USA zu beobachten ist, auch hier wiederfindet, nicht bestätigt. Allerdings besteht eine bedenkliche Entwicklung bei freiverkäuflichen Analgetika.

Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Erkältung – die Einsatzgebiete für freiverkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen oder ASS sind unterschiedlich und weit verbreitet. Laut Suchtsurvey hatten 31,4 Prozent der Befragten in den letzten 30 Tagen solche freiverkäuflichen Schmerzmittel eingenommen und weitere 17,5 Prozent verschreibungspflichtige Analgetika. Umgerechnet bedeutet das, dass etwa 26 Millionen Menschen Schmerzmittel einnehmen, die meisten von ihnen ohne ärztliches Rezept.

Analgetika höchstens 15 Tage im Monat einnehmen

Nach Expertenmeinung sollten freiverkäufliche nicht-opioidhaltige Analgetika nicht häufiger als 15 Tage im Monat eingenommen werden. Ansonsten könnten sie einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz auslösen. Dadurch kann ein weiterer Medikamentenmissbrauch bis hin zur Abhängigkeit entstehen.

Leider sei das Wissen um diese Problematik zu wenig verbreitet, so Dr. Johannes Horlemann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin. Viele Menschen wüssten nicht, „dass auch nicht-opioidhaltige freiverkäufliche Analgetika zur Sucht führen und sehr häufig psychische Folgeerkrankungen auslösen bzw. gemeinsam mit ihnen auftreten.“

Den neuen Zahlen zufolge hat Schmerzmittelabhängigkeit die Alkoholabhängigkeit längst überholt. Nach Schmerzmitteln sind laut Survey Antidepressiva die zweithäufigste eingenommene Medikamentengruppe in Deutschland. 2,1 Millionen Menschen in Deutschland nehmen demnach Antidepressiva ein.

Nicht immer sind Schmerzmittel nötig

Schmerzen kann oft auch mit “sanfteren” Methoden entgegengewirkt werden. Bewährt haben sich beispielsweise Entspannungsmethoden wie die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson und Ausdauertraining. Diese Maßnahmen müssen allerdings regelmäßig und über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Bei Kopf- und Rückenschmerzen kann eine Stressreduktion sehr sinnvoll sein, in einigen Fällen auch eine Psychotherapie. Weitere Methoden, die sich oft als wirkungsvoll erweisen, sind unter anderem Akupunktur oder Akupressur, Yoga oder Massagen.

Quellen:

Deutsches Ärzteblatt, September 2019

Pharmazeutische Zeitung, September 2019

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